AZWV in der Praxis

Erfahrungsaustausch zum Standard im Bereich Förderung der beruflichen Weiterbildung

„AZWV in der Praxis“ lautete das Motto eines Erfahrungsaustausches unter Leitung des BBB-Vorstandsvorsitzenden Siegfried Schmauder in Göttingen. Rund 50 interessierte Vertreter von Bildungsträgern und Zertifizierungseinrichtungen diskutierten am 15. September die AZWV und ihre Anwendung in der „Bildungswirklichkeit“.

Die „Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung“, kurz AZWV, trat vor rund vier Jahren in Kraft, vor fünf Jahren wurde sie als Entwurf veröffentlicht. Sie definiert für die Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) Anforderungen an Bildungsträger und Maßnahmen. Inwiefern diese Kriterien eingehalten werden, prüfen so genannte fach-kundige Stellen, also Zertifizierungsorganisationen. Als qualitative Voraussetzungen an den FbW-Bildungsträger definiert die AZWV beispielsweise Seriosität, Qualifikation des Personals, Eignung der Infrastruktur und das Vorhandensein eines Qualitätsmanagementsystems. Bei Maßnahmen müssen nach der AZWV Konzeption, Zulassungs-voraussetzungen, Art des Abschlusses, Maßnahme- bzw. Teilnahmedauer sowie die Qualifikation der eingesetzten Mitarbeiter so zusammenwirken, dass der Kursteilnehmer anschließend möglichst in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt und die Maßnahme insgesamt wirtschaftlich durchgeführt wird. Diese Kriterien werden in der AZWV selbst, aber auch in den sie konkretisierenden Empfehlungen bzw. Feststellungen des Anerkennungsbeirats sowie den Informationen der Anerkennungsstelle definiert.

Inwiefern wird die AZWV in ihrer tatsächlichen Anwendung dem beschriebenen Anspruch gerecht? Dieser Frage wollte der BBB nachgehen. Dazu hat der Arbeitskreis Qualitätsmanagement einen Leitfaden für die Durchführung von Interviews mit den fachkundigen Stellen definiert. Die Befragung selbst thematisierte die Bedeutung der AZWV für Bildungsträger und fachkundige Stellen, die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen, die „AZWV-Fähigkeit“ bestimmter Maßnahmen sowie die Erkenntnisse aus Prüfungen durch BA und Regionale Einkaufszentren. Die lebhafte Diskussion der Befragungsergebnisse durch die Vertreter „beider Lager“, also fachkundige Stellen und Bildungsträger, wurde in Göttingen moderiert von Sigrid Baumann-Tornow, Geschäftsführerin eines Mitgliedsunternehmens des BBB und derzeit Vertreterin der Bildungsverbände im Anerkennungsbeirat.

Die Bewertungskriterien und Prüfstandards der fachkundigen Stellen unterscheiden sich in einigen Aspekten zwar im Detail. Umso wichtiger sei, so Tenor der Veranstaltung, ein regelmäßigerer Austausch aller Beteiligten, wie jetzt vom BBB initiiert. Übereinstimmend aber waren die Teilnehmer der Auffassung, dass sich die AZWV grundsätzlich bewährt und zur Qualitätssteigerung in der beruflichen Weiterbildung insgesamt beigetragen habe.

Corinna Kieser
BBB-Arbeitskreis Qualitätsmanagement