BBB veranstaltete gemeinsam mit VDP einen Parlamentarischen Abend in Berlin
Blick nach vorn - die Zukunft der beruflichen Weiterbildung
31.03.2004 - Berlin. Deutschland braucht eine Neuausrichtung der Weiterbildungsförderung und damit eine Einigung auf alternative Finanzierungsmodelle von Weiterbildung. Dies ist eine der Kernaussagen von Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Weiterbildungsträger, die sich am 31. März in der Vertretung Hamburgs beim Bund zu einem Gespräch über die Zukunft der beruflichen Weiterbildung getroffen haben. Es wurde intensiv über Alternativen zur gegenwärtigen Finanzierung nachgedacht, wie z. B. eine Erweiterung des Meister-Bafög zu einem Weiterbildungs-Bafög, oder ein Bildungssparen, das analog zum Bausparen die Bildung von Rücklagen für Weiterbildung mit staatlichen Prämien unterstützt.
Zu diesem Treffen eingeladen hatten der Bundesverband Deutscher Privatschulen (VDP) und der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB). VDP-Vizepräsident Peter Susat betonte, dass Qualifizierung gerade bei Langzeitarbeitslosen am ehesten die nachhaltige Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und damit die Entlastung der Sozialsysteme gewährleiste. Deshalb sei Weiterbildung auch wirtschaftlich ein Erfolg, denn der Rückfluss des eingesetzten Kapitals („return on investment“) sei schon nach einem bis zwei Jahren abgeschlossen.
| Rudolf Helfrich berichtete als Vorsitzender des Bundesverbands der Träger beruflicher Bildung über eine vom BBB in Auftrag gegebene Evaluierungsstudie zum Erfolg von Weiterbildung. „Die Studie belegt eindeutig, dass die pauschale Aburteilung des arbeitsmarktpolitischen Instruments ‚berufliche Weiterbildung‘ keinesfalls gerechtfertigt ist“, fasste Helfrich die Ergebnisse zusammen. Er stellte fest, dass die massive Reduzierung der beruflichen Weiterbildung als arbeitsmarktpolitisches Instrument nicht nur sachlich eine falsche Entscheidung sei, sondern auch im Widerspruch zum gesetzlichen Auftrag des Sozialgesetzbuchs III stehe. | ![]() |
Die Bildungsträger machten deutlich, dass sie die Überwachung ihrer Qualitäts-Managementsysteme durch fachkundige Stellen für eine sinnvolle Entwicklung halten. Auch wenn es im Detail zu der entsprechenden Verordnung des Wirtschafts- und des Bildungsministeriums noch Nachbesserungsbedarf gebe, so sei der grundsätzliche Ansatz, nur noch qualitativ hochwertige Arbeit aus Beitrags- und Steuermitteln zu fördern, völlig richtig.
Konsens bestand weiterhin darüber, dass lebenslanges Lernen ein Grundelement des europäischen Gesellschaftsmodells und eine wichtige Priorität der europäischen Beschäftigungsstrategie ist. Gerade deshalb müssen Mahnungen beispielsweise des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (iab) ernst genommen werden, nach denen Deutschland schon mittelfristig auf einen Fachkräftemangel zusteuert.