Petition beim Deutschen Bundestag zur Finanzierung des letzten Drittels bei nicht verkürzbaren Umschulungen
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) hat zur Problematik der Finanzierungslücke des letzten Drittels bei nicht verkürzbaren Umschulungen eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Die Petition ist offiziell vom Petitionsausschuss angenommen und bis zum 05. Januar 2011 online zur Mitzeichnung gestellt. Ab 50.000 Unterstützern in den ersten drei Wochen nach Veröffentlichung besteht die Möglichkeit, in einer öffentlichen Ausschusssitzung zu diesem Thema angehört zu werden.
Worum geht es in der Petition?
Bisher werden Umschulungen gem. § 85 (2) SGB III nur gefördert, wenn entweder die Ausbildungszeiten des jeweiligen Berufsbildes um mindestens ein Drittel verkürzt werden können oder für das dritte Ausbildungsjahr eine Finanzierung unabhängig von einer Förderung aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit gesichert ist. Diese Problematik zeigt sich nicht nur bei Umschulungen in der Alten- und Krankenpflege, sondern auch bei anderen nicht verkürzbaren Umschulungen, wie z.B.zum Erzieher und zum Physio- und Ergotherapeuten.
Welche Forderung hat der VDP an die Politik?
Der VDP fordert in seiner Petition, eine vollumfängliche Finanzierung der nicht verkürzbaren Umschulungen sicherzustellen. Dies bietet Rechtssicherheit für Teilnehmer und Bildungsträger und die Chance, das Potenzial berufserfahrener Arbeitsuchender zur nachhaltigen Bekämpfung des Fachkräftemangels zu nutzen.
Warum besteht dringender Handlungsbedarf?
Im Bereich der Alten- und Krankenpflege ist für Umschulungen, die bis zum 31.12.2010 beginnen, die Finanzierung des letzten Drittels aus Mitteln des Konjunkturpaketes II sichergestellt. Diese Regelung läuft nun aus und wurde vom Deutschen Bundestag im Sommer dieses Jahres nicht verlängert. Die demographische Entwicklung wird in den kommenden Jahren zu einem drastischen Fachkräftemangel führen. In den Sozial- und Gesundheitsberufen kann der Fachkräftebedarf künftig nicht allein über die berufliche Erstausbildung gedeckt werden. Schon in den nächsten zehn Jahren wird sich nach Expertenschätzungen ein Bedarf von bis zu 400.000 zusätzlichen Vollzeitstellen für Pflegekräfte auftun. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. warnt bereits heute: „Wenn nicht bald etwas geschieht, wird Pflege durch Fachkräfte zum Luxusgut“. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln wird die volkswirtschaftliche Bedeutung des Pflegemarktes in Zukunft deutlich zunehmen, der Bedarf an Vollzeitbeschäftigten im Pflegesektor könnte sich bis zum Jahr 2050 auf bis zu 1,6 Millionen fast verdreifachen. Die Pflegebranche gilt damit zu Recht als einer der größten Jobmotoren überhaupt. Hier bieten gerade Umschulungen berufs- und lebenserfahrenen Arbeitsuchenden die Chance einer erfolgreichen und nachhaltigen beruflichen Integration. Daneben werden in den Sozialberufen gut qualifizierte Erzieher/innen durch den steigenden Bedarf an vor- und außerschulischer Betreuung von Kindern dringend benötigt.
Damit die Petition erfolgreich werden kann und Aufmerksamkeit erlangt, möchten wir Sie um Ihre Mithilfe bitten. So können Sie die Petition unterstützen
Sie können die Petition auf zwei Wegen mitzeichnen:
Sie können die Petition direkt online unter https://epetitionen.bundestag.de als Mitzeichner unterstützen. Die Petition des VDP hat dort die Nummer 14 819 mit der Überschrift: „Förderung der beruflichen Weiterbildung – Förderung von nicht verkürzbaren Ausbildungen“.