Ver.di-Chef Bsirske: Dramatischer Einbruch der Weiterbildungsbranche
Gemeinsame Pressekonferenz mit ver.di am 11. März 2003
Die Umsetzung der "Hartz-Gesetze" habe einen dramatischen Einbruch in der beruflichen Weiterbildung für Arbeitslose mit sich gebracht, erklärte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske am 11. März in Berlin anlässlich einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, an der neben Frank Bsirske und Petra Gerstenkorn von ver.di seitens des Bildungsverbands Rudolf Helfrich und Siegfried Schmauder den Pressevertretern Rede und Antwort standen. Im Februar sei die Zahl der Arbeitslosen, die eine vom Arbeitsamt finanzierte Weiterbildungsmaßnahme begonnen haben, im Vergleich zum Vorjahresmonat im Westen um 46, im Osten um 52 Prozent zurückgegangen. "Wenn man bedenkt, dass von den 5,2 Millionen Arbeitssuchenden 3,5 Millionen keine verwertbare abgeschlossene Berufsausbildung haben, nimmt diese Entwicklung den Arbeitslosen wichtige Chancen", so Bsirske. Es dürften weder die Langzeitarbeitslosen noch der Osten einfach abgeschrieben werden.
Der Einbruch auf dem Weiterbildungssektor gefährde außerdem die Arbeitsplätze bei den Trägern der Weiterbildung. Bsirske befürchtet, dass von den derzeit rund 100.000 in der Branche fest Angestellten bis zu 20.000 ihren Job verlieren werden. Viele Träger seien in ihrer Existenz gefährdet. Eine Branche, die, wenn sie zusammenbricht, auch nicht schnell wieder aufzubauen sei. "Da unsere Volkswirtschaft vom Know-how der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abhängt, wäre das katastrophal", unterstrich Bsirske.