»Der Bildungsgipfel muss auch ein Weiterbildungsgipfel werden!«
Bildungsunternehmen und -verbände forderten zum Auftakt des Deutschen Weiterbildungstages einen höheren Stellenwert der Weiterbildung: »Weiterbildung ist der längste Bildungsabschnitt im Leben«
»Der geplante Bildungsgipfel im Oktober muss auch ein Weiterbildungsgipfel werden!« Das forderte ein breites Bündnis von Unternehmen und Verbänden der Weiterbildungsbranche zum Auftakt des Deutschen Weiterbildungstages 2008 am 25. September in Berlin. »Wir fordern Bund, Länder und Kommunen auf, einen >Weiterbildungspakt< zu schließen und die allgemeine, kulturelle und berufliche Weiterbildung finanziell und organisatorisch zu stärken.« Im Unterschied zu schulischer oder Hochschulbildung, so die Veranstalter bei der offiziellen Auftaktveranstaltung, habe Weiterbildung nicht den ihr entsprechenden Stellenwert in Politik und Gesellschaft. Dabei sei Weiterbildung der mit Abstand längste Bildungsabschnitt im Leben.
Frank-J. Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, hatte zuvor bereits dem 2. Deutschen Weiterbildungstag in einem Grußwort »viel Erfolg« gewünscht. Da Deutschland bei der Weiterbildung im europäischen Vergleich im letzten Dritte liege, »freue ich mich sehr über die Resonanz des Deutschen Weiterbildungstages, der dieses Jahr mit weit über 500 Veranstaltungen auf die Wichtigkeit des Themas aufmerksam macht", so der BA-Chef in seinem Brief an die Veranstalter.
Grußworte an die etwa 200 Gäste der Auftaktveranstaltung gab es von Prof. Dr. Rita Süßmuth (Foto links) in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes sowie von Ulla Burchardt (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung (Foto Mitte). Die Festrede hielt der Parlamentarische Staatssekretär im Bildungsministerium, Andreas Storm, (Foto rechts) zum Thema „Lebenslanges Lernen - Herausforderung für Politik und Gesellschaft“.
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Anschließend wurden die »Vorbilder der Weiterbildung 2008« geehrt. Eine elfköpfige Jury aus verschiedenen Unternehmen, Verbänden und Einrichtungen der Weiterbildungsbranche hatte nach intensiver Diskussion entschieden und in fünf Kategorien die Preisträger gekürt.
Als »Vorbilder der Weiterbildung« wurden Menschen oder Projekte ausgezeichnet, die im positiven Sinne für Weiterbildung und Lebenslanges Lernen stehen. Laudatoren waren unter anderem Schauspieler Peter Lohmeyer und DVV-Präsidentin Prof. Rita Süssmuth.
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Ausgezeichnet in der Kategorie „Vorbildliches Unternehmen“ wurde Alstom Deutschland, ein globales Unternehmen aus der Metallbranche, das nicht über Fachkräftemangel klagt, sondern etwas dagegen tut und seinen Mitarbeitern über Stipendien und Freistellungen hochqualifizierte Weiterbildungen finanziert. Im Bild: Marion Engelhardt von der Firma Alstom erhält den Ehrenpreis aus der Hand von Theo W. Länge, Geschäftsführer von Arbeit und leben |
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In der Kategorie „Integration durch Bildung“ wurde Martha Ludwig ausgezeichnet, die als Analphabetin aus Ghana kam und die in Deutschland verstummte – bis sie einen Alphabetisierungskurs besuchen konnte. Jetzt gibt sie selbst ihr Wissen weiter. Laudator war Jürgen Keicher (im Bild links), Geschäftsführer des Sponsors telc. |
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»Berufsvorbereitung Sport«, kurz »BVB Sport« der DAA München, das erste und bislang einzige Projekt in Deutschland, in dem schwierige junge Männer über Sport eine zweite Chance zum Berufseinstieg bekommen, erhielt den Preis in der Kategorie „Zweite Chance“. Hier nimmt Lehr-gangsleiter Christian Michl (links) den Preis im Namen des Teams der Deutschen Angestellten-Akademie München aus der Hand des Laudators Peter Lohmeyer entgegen. |
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Sylva Rother, eine Frau, die dank Weiterbildung von der Gärtnerin zur Diplom-Ingenieurin aufgestiegen ist und zeigt, wie man Familie, Beruf und ein Fernstudium unter einen Hut bringen kann und sich als Frau in einem technischen Beruf etabliert, erhielt den Preis in der Kategorie „Aufstieg durch Weiterbildung“, hier mit ihrem Laudator, Dr. Martin Kurz, Präsident des Forum DistancE-Learning. |
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Den Ehrenpreis in der Kategorie „Dozentin aus Leidenschaft - Leben für die Weiterbildung“ erhielt Herlind Kasner, eine 80-jährige VHS-Dozentin, die ihr Leben der Weiterbildung widmet, und die bis heute an drei Abenden pro Woche vier gut besuchte Englischkurse an der Volkshochschule Templin leitet. Herlind Kasner, die Mutter von Bundeskanzlerin Angela Merkel, nimmt die Glückwünsche des BBB-Vorsitzenden Schmauder entgegen. Kasner: »Ich wundere mich, warum es nicht schon den 99. Weiterbildungstag gibt, das ist doch so eine tolle Initiative. Machen Sie auf jeden Fall weiter!« |
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v.l.n.r.: Staatssekretär Andreas Storm, MdB, Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB (SPD-Bildungsexperte und Vorsitzender des Deutschen Volkshochschul-Verbandes), Preisträgerin Herlind Kasner und Prof. Dr. Rita Süssmuth |
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